Begleittext zu Ashes to Ashes von Juliane Gummelt,Kunsthistorikerin

Wann: 2012
Wo: Leipzig
 

... Es geht in ihm um eine fiktive Person, Major Tom. Sie ist drogensüchtig, kann Realität

und Einbildung nicht mehr von einander unterscheiden. Für sie stellen die Geschehnisse im

Drogenrausch die Wahrheit dar. Wer sich jedoch intensiver mit den Bildern beschäftigt,

dem wird bewusst, dass Asche metaphorisch zu verstehen ist. Die Gemälde drehen sich

um die Frage: Worin liegt die Bedeutung der Asche?

 

Sie bietet eine Fülle an Assoziationen an. Die Künstlerin selbst verbindet verbranntes Holz

mit Metamorphose, Verwandlung, neuem Leben, Tod und Auferstehung, aber auch mit

Reinheit. In anderen Kulturkreisen wie im Hinduismus steht sie für heilende und

übernatürliche Kräfte. Im Christentum gilt der aus Asche aufsteigende `Phönix`als Sinnbild

der Auferstehung. In der römischen Antike wurden Körper mit Asche gereinigt, um sauber

in das neue Jahr gehen zu können.

 

All das können Erklärungen für den Ursprung des Ashes to Ashes-Zyklusses sein. Doch

sind die 20 Gemälde viel zu lyrisch, um sie in thematische Zwänge zu sperren. So er-

lauben sie dem Betrachter auch ein scheinbares Wiedererkennen von Formen, selbst wenn

sie völlig abstrakt und minimalistisch daher kommen. Spielereien der Natur, wie

Gewitterwolken (Ashes to Ashes N° 9) , oder auch Wasserfälle (Ashes to Ashes N° 18) sind

nur zwei Beispiele, die beim Betrachten zumindest erahnt werden können. Holleis`

Landschaften strahlen Ruhe und Besonnenheit aus. Insofern können sie auch als

Wuschbild der heutigen Gesellschaft angesehen werden. Nicht nur Menschen, die völlig

ausgebrannt (Burnout-Syndrom), sehnen sich nach Beständigkeit, Klarheit und Gewissheit.

Sie streben danach dass alles ein gutes Ende nimmt, so wie in Holleis`Lieblingsmärchen

Aschenputtel.

 

Autorin

Juliane Gummelt (Kunsthistorikerin, M.A.)