... Es geht in ihm um eine fiktive Person, Major Tom. Sie ist drogensüchtig, kann Realität
und Einbildung nicht mehr von einander unterscheiden. Für sie stellen die Geschehnisse im
Drogenrausch die Wahrheit dar. Wer sich jedoch intensiver mit den Bildern beschäftigt,
dem wird bewusst, dass Asche metaphorisch zu verstehen ist. Die Gemälde drehen sich
um die Frage: Worin liegt die Bedeutung der Asche?
Sie bietet eine Fülle an Assoziationen an. Die Künstlerin selbst verbindet verbranntes Holz
mit Metamorphose, Verwandlung, neuem Leben, Tod und Auferstehung, aber auch mit
Reinheit. In anderen Kulturkreisen wie im Hinduismus steht sie für heilende und
übernatürliche Kräfte. Im Christentum gilt der aus Asche aufsteigende `Phönix`als Sinnbild
der Auferstehung. In der römischen Antike wurden Körper mit Asche gereinigt, um sauber
in das neue Jahr gehen zu können.
All das können Erklärungen für den Ursprung des Ashes to Ashes-Zyklusses sein. Doch
sind die 20 Gemälde viel zu lyrisch, um sie in thematische Zwänge zu sperren. So er-
lauben sie dem Betrachter auch ein scheinbares Wiedererkennen von Formen, selbst wenn
sie völlig abstrakt und minimalistisch daher kommen. Spielereien der Natur, wie
Gewitterwolken (Ashes to Ashes N° 9) , oder auch Wasserfälle (Ashes to Ashes N° 18) sind
nur zwei Beispiele, die beim Betrachten zumindest erahnt werden können. Holleis`
Landschaften strahlen Ruhe und Besonnenheit aus. Insofern können sie auch als
Wuschbild der heutigen Gesellschaft angesehen werden. Nicht nur Menschen, die völlig
ausgebrannt (Burnout-Syndrom), sehnen sich nach Beständigkeit, Klarheit und Gewissheit.
Sie streben danach dass alles ein gutes Ende nimmt, so wie in Holleis`Lieblingsmärchen
Aschenputtel.
Autorin
Juliane Gummelt (Kunsthistorikerin, M.A.)
