...und wie für mich die Geschichte begann....
Den Begriff des Dadaismus kannte ich selbst nur vage aus dem Kunstgeschichteunterricht.
Erinnern kann ich mich jedenfalls noch an Herrn Schwitter und sein Zufallsprinzip. Das Bild, aufdas er Zeitungsschnitzel rieseln ließ und diese als Collage verklebte.
Im Hinterkopf hatte ich noch Begriffe wie "die Merzbilder " ,deutscher Dadaismus, Baargeld,... und dass der Begriff Dada dem Kindermund entsprang oder "Steckenpferd" bedeutete.
Für mich als Schülerin war die Informationsflut zum 20. Jahrhundert enorm.
Neben europäischen Strömungen wie Surrealismuns, Expressionismus plus Bauhaus, Minimalismus, Op - Art, Pop - Art, verschiedene Wiener Gruppierungen bishin zu den "Jungen Wilden", konnte ich dieser kleinen, aber feinen Bewegung nichts abgewinnen.
Nun gut, ich war damals 17 Jahre alt. Das erste Interesse für diese Zeit bewirkte eine
Man Ray - Ausstellung im Londoner Hidepark / Hidepark Gallery.

Ich bin heute noch verliebt in Werke von Chagall, Kandinsky, Klee, Mondrian, Modigliani, Picasso, Schiele, und wie meine Favoriten von damals alle heißen, doch Dada empfinde ich heute als extrem radikal, poetisch, lustig und auch für die heutige Zeit stimmig und wichtig.
Im Innsbrucker Mittelgebirge schaltet und waltet seit den 80er Jahren eine Künstlergruppe namens Kunstkollektiv Oberperfuss, kurz KUKOO. Dieser Gruppe entspringt wiederum die Subkulturzeitschrift Artefact, welche regelmäßig erschien und sich immer einem besonderen Thema wiedmete.
Für November 2001 war eine Ausgabe dem Dada gewiedmet.
Zur selben Zeit war ich stolze Pächterin des Gasthaus Lewisch im Innsbrucker Stadtteil Saggen und hatte mir als Ziel gesetzt, Kunst in dieser Umgebung zu fördern.
Inspiriert wurde ich dazu sicher auch von meinen Gästen, welche manche selbst Kunstschaffende waren, oder umgekehrt, auch dem konservativen Lager entsprangen.
Die Konfrontation von Gegensätzlichem, die Meinungsvielfalt und daraus resultierende Diskussion unter meinen Gästen reizte mich.
Ich bot der Gruppe an, im Lewisch eine Präsentation ihrer Zeitung Artefact zu machen.
Am 21. November 2001 feierten wir einen Abend voll Dada im Lewisch. Für mich war der Abend ein voller Erfolg und ich staunte über die Vielfalt und Poesie, die diese Art der Kunst zuläßt.
Wie sehr mir die dadaistische Bewegung nahe steht merkte ich selbst erst im Sommer 2003, als ich in Barcelona das fundacio miro am montjuic besuchte.
Miro "vorgelagert" waren einige Werke und Manifeste aus dem Dadaismus.
Ein Sarg , ich glaube, eine Installation von Niki de Saint Phalle, das erotische Dada - Fahrrad
und der Koffer von Marchel Duchamp.
Den Koffer hatte ich immer für eine Fiktion, eine dadaistische Metapher gehalten .
In einem fremden Museum hatte ich das Gefühl alte Freunde zu treffen.

Kürzlich wurde ich einer Dadaistin fündig.
Bildete den Kreis "Dada - Club ". Zusammen mit Georg Grosz, Roul Hausmann ( ihr Lebensgefährte ), Max Ernst und Francis Picabia.
Die Gruppe nahm an der " 1. Internationalen Dadamesse " in Berlin teil, bei dem u.a. ein ausgestopfter Soldat mit Schweinskopf, neben anderen polemischen Arbeiten das bürgerliche Publikum provozierte.
Hannah Höch,geboren 1.November 1889 in Gotha - bis 31. Mai 1978 in Berlin,
eine Dadaistin der 1. Stunde in Deutschland.

Hannah Höch mit zweien ihrer Dada-Puppen
Eines ihrer bekanntesten Werke ist der " Schnitt mit dem Küchenmesser Dada durch die letzte Weimarer Bierbauchkulturepoche Deutschlands "
1919 / 20 Photomontage 114 x 90 cm
Lt. Kunstgeschichte eine Reaktion auf den ersten Weltkrieg .
Staatliches Museum Preußischer Kultursbesitz Neue Nationalgalerie Berlin

